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Neues Sportkonzept: Cycling Austria will über die Breite mehr Topniveau entwickeln

23. März 2026
Marco Schrettl sorgte im vergangenen September mit Bronze im U23-Straßenrennen für einen besonderen Erfolg für den heimischen Radsportverband (Foto: Arne Mill)
Veröffentlicht in Allgemein

Vom Spitzensport hin bis zum Schulweg will der Österreichische Radsport-Verband Cycling Austria der Ansprechpartner für Alle sein. Diese Botschaft wurde vor über einem Jahr in Wien im Rahmen der neuen Verbandsstrategie ausgerufen und aus dieser nun wurde auch der Weg für eine neue Sportstrategie geschaffen, die sicherstellen soll, dass einer der erfolgreichsten Sommersportverbände des Landes, seine Rolle auch in den nächsten Jahrzehnten so einnehmen wird.

"Spitzenleistungen entstehen aus einer langfristigen Entwicklung, einer guten Zusammenarbeit und einer starken Radsportcommunity", erklärt Mag. Roland Pils, der seit letztem Juli Sportdirektor bei Cycling Austria ist und führt weiter aus: "Deswegen müssen wir als Verband Erfolg ganzheitlich denken. Für internationale Topleistungen braucht es eine starke Basis, klar vereinbarte Rollen und entwicklungsgerechte Strukturen in einer wachsenden Community."

Nur gut ausgebildete und vorbereitete Athletinnen und Athleten können den Sprung in den Spitzensport schaffen und genau an jenen Achsen, setzt die neue Sportstrategie an. Das neu geschaffene Leitbild zielt ab auf eine Förderung der langfristigen Leistungsentwicklung durch prozessorientierte Trainingsrichtlinien. Dabei werden die Wettkampfsysteme im Nachwuchs überarbeitet und auch die Kaderstruktur optimiert.

Der Ganzjahresverband setzt auf Vielfältigkeit

Vielseitigkeit wird in den Vordergrund gestellt. "Wir wollen einer frühen Spezialisierung entgegenwirken. Breite Grundlagen, vor allem in der Technik und der Athletik sind die Basis für eine langfristige Freude am Spitzensport, aber auch für eine nachhaltige Erfolgsentwicklung", erklärt Pils, der aktuell 120 Athletinnen und Athleten in seinem Kader hat und mit seinem Team 388 Renntage im Jahr besendet.

"Im Endeffekt sind wir ein Ganzjahresverband, weswegen ein klares System geschaffen und in der Sportstrategie definiert wurde, wie zum Beispiel die Rollenverteilung zwischen dem Verband, den Landesverbänden, den Vereinen und dem Umfeld. Das schafft Verlässlichkeit, reduziert Reibungsverluste und macht die Förderung unserer Athletinnen und Athleten planbarer und fairer", schildert der Sportdirektor, der für ein langfristiges Erfolgsmodell auf eine breite Aufstellung setzt.

Basis dafür sind aufbereitete Lebenszyklen, die definieren soll, in welchem Alter welches Umfeld für den Trainings- und Technikaufbau verantwortlich sein muss. Davon werden nun auch die Wettkampfsysteme bei Cycling Austria, aber auch die Kadergestaltung abgeleitet. "Über die Breite, die in diesen Strukturen viel mehr geschaffen wird, soll Topniveau entwickelt werden", berichtet Pils.

U15-Talentepool, Next-Gen-Meisterschaften und High-Performance-Polycyclid-Kader

Neu ins Leben gerufen wird nun ein Cycling Austria Talentepool in der Altersklasse U15, der sich aus Athletinnen und Athleten aller Sparten zusammensetzen soll. "Wir wollen im Nachwuchs keine spartenspezifischen Kader mehr und das geschieht auch in Kooperation mit den Landesverbänden. Die Sportstrategie liefert hier die entscheidenden Impulse", erzählt Mag. Peter Schrottmayer, der für die Entwicklung der Verbands- und Sportstrategie mitverantwortlich ist.

Für die Athletinnen und Athleten aus der U13 sollen Next-Gen-Meisterschaften initiiert werden, wo der Fokus vor allem auf Technik gelegt wird. Anstatt spartenspezifischen Wettbewerben sollen Elemente aus Mountainbike, BMX, Pumptrack oder Straßenrennen kombiniert werden: "Im Vordergrund stehen entwicklungsgerechte Wettkämpfe. Gleichzeitig sollen niederschwellige Angebote die Basis verbreitern und stärken", so Schrottmayer.

Besonderes Augenmerk wird in Zukunft auf die Ausbildung auf mehreren Terrains oder Rädern gelegt. Zu den bestehenden Kadern ab der U17 wird ein High Performance Polycyclid Kader geschaffen. "Speziell unsere letzten beiden Jahrgänge haben uns gezeigt, dass Vielseitigkeit ein Trumpf sein kann. Katharina Sadnik, Anatol Friedl, Heimo Fugger oder Valentin Hofer haben den Sprung in die Entwicklungsteams der Straßenteams geschafft und ihre vielseitige Ausbildung in anderen Sparten wie Mountainbike, Cyclocross oder auf der Bahn absolviert. Blickt man auf aktuelle Studien und auf die absolute Weltspitze so zeigt sich, dass dieser Weg am ehesten ganz nach oben führen kann", erläutert Sportdirektor Pils.

Schaffung von Stützpunkten für die Olympiasportarten

Ein weiteres großes Ziel der Sportstrategie ist der Aufbau eines österreichweiten Netzes an gut koordinierten Stützpunkten. "Wir wollen zumindest für jede Olympiasportart einen eigenen Bundestrainingsstützpunkt schaffen, wo unsere Athletinnen und Athleten optimal betreut wird", fügte Pils an. Die Bundesstützpunkte sollen ein breites Netz an Landes- und Regionalstützpunkten ergänzen, die insbesondere für die Nachwuchsentwicklung wichtige Anlaufpunkte sind.

Im Sportkonzept verankert ist auch der Breitensport. "Die neu geschaffene Stelle für Cycling for All ermöglicht es erstmalig Vereine und den Breitensport breit und effektiv zu Unterstützen. Projekte wie die Weiterentwicklung des bestehenden Genderlabels und die Fokussierung auf Frauen im Radsport sowie Schulprojekte wie die Tägliche Bewegungseinheit, mit der Vereine geförderte Radeinheiten an Schulen durchführen können, tragen zur allgemeinen Förderung des Radfahrens und Radsport in unserer Gesellschaft bei" erläutert Schrottmayer weiter.

"Das Konzept ist vielschichtig und geht sehr tief. Wir wollen der Ansprechpartner für Alle im Radsport sein in Österreich und deswegen den sportlichen Entwicklungsweg vorgeben. Das ist uns mit unserem Konzept sehr gelungen", freut sich Cycling Austria Generalsekretär Florian König.

Der gesamte Prozess der Verbands- und Sportstrategie wird durch die Maylenstein Wirtschaftsberatung professionell begleitet. Ein besonderer Fokus lag auf der Sicherstellung, dass die definierten Maßnahmen nun auch schrittweise umgesetzt werden und deren Erfolg kontinuierlich überprüft wird. "Die beste Strategie ist nur so gut wie ihre Umsetzung. Damit unsere Vision nicht nur ein Plan auf dem Papier bleibt, sondern zur gelebten Realität wird, haben wir einen quartalsweisen Prozess zur Umsetzung, Steuerung und Anpassung eingerichtet.", berichtet Projektkoordinator Josef May.

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