Nicht ohne Grund ein episches Rennen

Text: Peter Maurer / Fotos: Michal Cerveny
Seit über 20 Jahren gibt es das Cape Epic in Südafrika. Es gilt als das größte Mountainbike-Etappenrennen der Welt und lockt Jahr für Jahr 1.600 Zweierteams an. 600 Kilometer, gespickt mit 16.000 Höhenmeter gilt es dabei zu bezwingen in acht Tagen rund um Stellenbosch. In der Kategorie der Mixed-Teams gab es 2025 einen österreichischen Sieg durch Theresa Rindler-Bachl und Philipp Bachl.
“Eigentlich hatten wir nur eine Platzierung unter den besten 100 Teams angepeilt und vielleicht mal mit einem Etappenpodium spekuliert, aber nicht mit dem Sieg“, erzählte Bachl nach dem achttägigen Abenteuer in Südafrika. Gemeinsam mit seiner Frau konnte der Nationaltrainer von Österreichs Frauenteam auf der Straße das Rennen für sich entscheiden.
Es heiße nicht ohne Grund Epic, denn die Tage in Südafrika seien geprägt gewesen mit endlosen Emotionen“, schrieb seine Frau nach dem Sieg auf ihrem Facebook-Kanal. Auch sie kennt den Spitzensport von beiden Seiten, als Physiotherapeutin von Topstars wie Puck Pieterse, aber auch als Fahrerin, so ist Theresa Rindler-Bachl auch Österreichs aktuelle Meisterin am Gravel-Bike.
Behutsamer Angang, aber in den letzten Tagen dann Vollgas
“Vor einem Jahr haben wir uns bei der Lotterie für die Starttickets angemeldet“, erinnert sich Philipp Bachl. Das Los zog und so durfte das Paar die 7.700 Euro teure Entry-Fee bezahlen, in der Flug und Unterkünfte noch nicht inkludiert sind für die nachgezogene Hochzeitsreise. Im Winter trainierte das Paar, welches in Salzburg lebt, hart und bereitete sich im Januar noch einmal speziell in Spanien vor. “Wir wussten nicht wirklich, was uns erwartet, weil wir auch noch nie ein Etappenrennen gemeinsam gefahren sind. Unser Ziel war es, das Ziel nach acht Tagen zu erreichen“, erinnerte er sich an die gemeinsame Zielsetzung, fügte aber auch an: “Wir wussten natürlich aber auch, dass wir ordentlich in die Pedale treten können.“
Die Zurückhaltung übten sie auch in den ersten Tagen aus, fuhren immer unter den vordersten Teams, aber zunächst noch keinen einzigen Tag im Green Zebra Jersey, dem Führungstrikot der Mixed-Teams: “Unsere Strategie war es die erste Hälfte des Rennens behutsamer anzugehen, speziell weil wir das Terrain nicht so gut kannten, wie beispielsweise die lokalen Teams, die ihren Heimvorteil vor allem auf den Trails ausspielen konnten.“
Eine besondere Erfahrung
Unterstützung vor Ort bekamen sie auch von einem lokalen Bikemechaniker, der Philipp von einem Bekannten empfohlen wurde. “Er hat sich perfekt um unsere Räder gekümmert und uns viel von dem erzählt, was uns auf den Etappen erwartet, wann es rauer wird“, erzählte er weiter und fügte an: “Als Europäer ist man um die Jahreszeit die Hitze nicht so gewöhnt, weshalb wir immer besonders drauf achteten, genug Wasser zu haben. Wir hatten echt nie einen Aussetzer während des Rennens und nur kleine Fehler gemacht, wie dass jeder von uns zweimal gestürzt ist, aber außer ein paar blauen Flecken ist zum Glück nichts passiert.“
Je länger das Rennen dauerte, desto besser fand die rot-weiß-rote Paarung in das Rennen. “Bei der Königsetappe am sechsten Tag sind wir das erste Mal richtig voll gefahren, holten unseren ersten Etappensieg und waren dann Gesamtzweite. Wir haben auf die langen und harten Anstiege, die in den letzten Tagen warteten, spekuliert“, so der Straßennationaltrainer, der selbst früher Langläufer war und fast jeden großen Volkslauf der Welt schon bestritt.
"Die Elite wird umkreist von vier Helikoptern, Filmer und Fotografen sind auf den Motorrädern im Einsatz und die Berichterstattung ist riesig dort"
Am vorletzten Tag übernahmen sie dann die Gesamtführung und mit einem Polster von zwei Minuten ging es in die finale Etappe. Dort trotzte die Paarung dem Starkregen und baute ihren Vorsprung noch weiter aus. Am Ende jubelten sie über den Sieg. “Es war echt eine besondere Erfahrung, weil halt das Rennen in Südafrika richtig groß aufgezogen ist. Wir standen Tag für Tag im Block der Amateure und fuhren dann meist auf die besten Frauenteams auf. Die Elite wird umkreist von vier Helikoptern, Filmer und Fotografen sind auf den Motorrädern im Einsatz und die Berichterstattung ist riesig dort“, erzählte er von den Erfahrungen in den acht Tagen.
Auch in der Elite waren einige Paarungen mit österreichischer Beteiligung ganz gut unterwegs, so landete Felix Ritzinger mit dem in Kärnten lebenden Ex-Straßenprofi Johnny Hoogerland auf Platz 26, Hermann Pernsteiner wurde mit seinem tschechischen Partner Filip Rydval 31ter und das steirische Duo Wolfgang Krenn und David Schöggl beendeten die acht Tage auf Platz 33.