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Hitze- und Teilnehmerrekord bei den Bahntitelkämpfen in Linz - Madisontitel an Raphael Kokas und Maximilian Schmidbauer

03. August 2026
Für Raphael Kokas und Maximilian Schmidbauer gibt es Gold im Madison (Foto: Peter Maurer)
Veröffentlicht in Bahn

Text und Fotos: Peter Maurer

Von Dienstag bis Mittwoch fanden in Linz, genauer gesagt im hello Yellow Velodrom by Schachermayer, die Österreichischen Staatsmeisterschaften auf der Bahn statt. Die nach 2025 zweite Austragung in Linz sorgte mit über70 Teilnehmerinnen und Teilnehmern in allen Altersklassen für einen neuen Rekord. Die sportlichen Aushängeschilder waren die Tirolerin Leila Gschwentner, die sich gleich vier Titel bei den Elitefrauen in einem spannenden Dreikampf sichern konnte, aber auch der Wiener Maximilian Schmidbauer, der nicht nur seine Goldmedaille im Omnium verteidigen konnte, sondern auch mit U23-Europameister Raphael Kokas im Madison erfolgreich war.

“Es ist uns gelungen, dass wir, wenn auch mit viel Aufwand, viele Jugendliche an die Bahn nach Linz bringen konnten“, freute sich Cycling Austria Sportdirektor Roland Pils über den regen Zuspruch der Wettkämpfe, die zwar sehr unter den heißen Temperaturen litten, aber dafür mit sportlicher Qualität und vielen Teilnehmerinnen und Teilnehmern für ein erfreuliches Bild sorgten. Ein eigener Bahncup für den Nachwuchs der Altersklassen von U13 bis U17 wurde ins Leben gerufen, dazu kamen extra organisierte Trainingstage vor den Wettkämpfen.

“Wir hoffen, dass unsere Bemühungen um den Bahnradsport weiter Früchte tragen. Die Bahn ist eine sehr wichtige Disziplin für unsere polycicliden Ansatz in der Sportstrategie. Sie ist eine Olympiadisziplin und im Hinblick auf Los Angeles haben wir einen kleinen, aber feinen Kader. Trotz fehlender Halle wollen wir keine Generation verlieren, den Aufschwung der sportlichen Erfolge mitnehmen und unsere Talente weiter fördern“, fügte Pils an.

Zuletzt feierten Kokas und der Kärntner Heimo Fugger die Goldmedaille im Madison bei den U23-Europameisterschaften in Cottbus. Für den Wiener Kokas war es schon der dritte Erfolg in dieser Altersklasse. Dementsprechend war sein Sieg, gemeinsam mit Schmidbauer bei den Meisterschaften als Favoritenerfolg einzustufen. 2023 in Anadia wurde dieses Duo Europameister in der U23.

“Wir sind zwar beide noch relativ jung, aber haben viel Routine. Gemeinsam mit Rafi habe ich zahlreiche internationale Toprennen bestritten“, meinte Schmidbauer, der mit Kokas auch auf der Straße im Team von Schwingshandl Intralogistics unterwegs ist. “Außerdem kennen wir die Bahn in Linz von zahlreichen Vorbereitungen und Trainingslagern sehr gut. Den Vorteil, wo und wie du dort attackierst, haben wir gegenüber von den anderen Paarungen“, erklärte Kokas.

Das Omnium am ersten Tag ging wie vor einem Jahr an Schmidbauer. Bei Temperaturen von über 40 Grad in Linz und mehr als 55 auf den Holzplanken der Freiluftradbahn waren die Wettkämpfe der Elite-Männer sehr abwechslungsreich. Im Scratch holte sich Tim Wafler den Titel, während im Eliminationsrennen Fugger die späteren Madison-Sieger Schmidbauer und Kokas in die Schranken wies. Das Punkterennen gewann überraschend der Steirer Jonas Dornhofer, der sich damit auch im Omnium als Dritter noch aufs Podium hievte damit. Auch im Scratch holte er Bronze.

“Ich war auch selbst sehr überrascht, dass ich dreimal wegkam und dreimal eine Runde rausfahren konnte. Ich war noch nicht so oft auf der Bahn, aber es macht mir viel Spaß und hilft auch meiner Entwicklung enorm“, so der 19-Jährige. Den Sieg im Omnium machten sich dann Fugger und Schmidbauer aus, mit dem besseren Ende für den Wiener.

“Es war ein richtig harter Tag. Ich habe gut angefangen, dann gleich das Temporennen gewonnen. Nach der Elimination wusste ich, dass es gegen Heimo um Gold geht und ich konnte das Duell entscheiden“, schilderte Schmidbauer, der aber auch bei den heißen Temperaturen schwer litt. “Wir haben alle versucht uns zwischen den Rennen so gut es ging wieder runterzukühlen, pausenlos mit Waaser abgespritzt. Seit dem Winter mache ich regelmäßig Hitzetraining, dennoch war es extrem hart, aber gelitten haben wir wirklich alle“, erklärte der frischgebackene Omnium- und Madison-Staatsmeister.

Bei den Frauen entwickelte sich im Omnium und damit auch in den dort ausgetragenen Einzeldisziplinen ein Dreikampf zwischen Gschwentner, ihrer Tiroler Landsfrau Tabea Huys, die sich erstmals bei den Bahnmeisterschaften einfand, und der Steirerin Sophie Walcher. Das Trio kämpfte in allen vier Disziplinen bis zu den Schlussrunden um die Siege, am Ende war das Podium aber im Scratch, der Elimination, im Punkterennen und im Omnium gleich. Gschwentner holte vier Mal Gold vor Huys, die sich viermal mit Silber geehrt wurde. Walcher wurde viermal Dritte, gewann aber am Mittwoch im Madison noch die Goldmedaille mit der Kärntnerin Lea-Sophie Unterköfler.

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