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Heimo Fugger und Raphael Kokas sind die neuen U23-Europameister im Madison

12. Juli 2026
Raphael Kokas und Heimo Fugger mit der Goldmedaille im Madison (Foto: Arne Mill)
Veröffentlicht in Bahn

Text: Peter Maurer / Fotos: Arne Mill

In einem wahren Herzschlagfinale sicherten sich Heimo Fugger und Raphael Kokas beim finalen Sprint des Madison-Rennens bei den U19/U23-Europameisterschaften in Cottbus den Titel. Von Rang drei schafften sie im finalen Sprint noch den Sprung zu Gold vor Belgien und Deutschland. Für den Wiener Kokas ist es in seiner Karriere schon der dritte U23-Titel im Madison, nach 2023 sowie 2024 klappte es nun erneut mit einem neuen Partner.

“Es war eine sehr erfolgreiche EM für uns, meine letzte in der U23. Dass es jetzt zum dritten Mal für den Titel gereicht hat, ist schon richtig geil“, strahlte Kokas nach dem Rennen. Auf dem 333,33 Meter langen Oval in der Lausitz entwickelte sich ein enges Duell zwischen den Zweierteams aus Deutschland, Österreich und Belgien. Immer wieder sammelten die drei Nationen Punkte in den Zwischensprints.

“Es hat eigentlich alles sehr gut funktioniert im Madison, auch wenn es richtig knapp war im Finale“, erinnerte sich Kokas, der 2023 mit Maximilian Schmidbauer und 2024 mit Tim Wafler den Titel einfahren konnte. Im Vorjahr fehlte dem Wiener der Partner für eine Teilnahme, nun fand er im Kärntner Fugger einen weiteren kongenialen Mitstreiter.

Dieser war es auch, der im Finale die entscheidenden zehn Punkte im letzten Sprint sicherte, womit Österreich den Sieg einfahren konnte. “Es war ein sehr hektisches Rennen mit vielen Stürzen zu Beginn, glücklicherweise waren wir nicht in diese involviert. Wir wussten, dass wir am Ende den Sieg brauchen und Raphi hat mich in die letzte Runde in einer guten Position reingeschickt“, berichtete Fugger, der sich gegen seinen belgischen Kontrahenten auf der Zielgeraden durchsetzen konnte.

Auch Einzelgold für Kokas in Cottbus

“Ich wusste, dass es sich ausgeht mit dem Sieg am Ende und es ist sicherlich der perfekte Abschluss für diese Woche“, so Fugger, der die Europameisterschaften mit Silber im Ausscheidungsrennen eröffnete, am Tag darauf gewann Kokas Gold im Scratch. “Es war ein superschnelles Rennen und ich bin die letzten Runden All-Out gegangen“, erinnerte sich Kokas, in dessen Scratch-Rennen der Belgier Witse Bertels sich vom Feld löste. Dahinter sorgte Kokas für die Nachführarbeit und auf der Zielgeraden stellte er noch den Ausreißer und sauste zu seinem dritten Europameistertitel in der U23 seiner Karriere.

“Ich habe an mich geglaubt, auch wenn ich zwischenzeitlich Angst hatte, dass ich den Belgier nicht mehr holen könnte. Doch es hat geklappt und jetzt habe ich den Titel“, freute sich der Wiener, der 2023 und 2024 zweimal schon Gold im Madison gewann, 2023 an der Seite von Maximilian Schmidbauer in Portugal und 2024 gemeinsam mit Tim Wafler auf eben jener Bahn in Cottbus, wo er sich am Mittwochabend erneut vergoldete.

“Das Trikot des Europameisters bedeutet mir sehr viel, denn es ist mein letztes Jahr in der U23 und der Winter und das Frühjahr waren alles andere als leicht“, so Kokas, der nach einem Ermüdungsbruch lange pausieren musste und im März in Australien mit seinem ersten Weltcuppodium in der Elite gleich ein perfektes Comeback feierte.

Fugger eröffnet EM mit Silber

Schon am ersten Tag hatte der Kärntner Fugger den rot-weiß-roten Medaillenregen eröffnet. Hinter dem Italiener Matteo Fiorin sicherte er sich nach einem von mehreren Stürzen mehrmals unterbrochenen Ausscheidungsrennen die Silbermedaille. “Die Gefühle während und nach dem Rennen waren ein wenig gemischt. Ich bin sehr stolz auf die Medaille und ich bin erleichtert, dass es gleich im ersten U23-Jahr mit einem solchen Erfolg geklappt hat, aber das Rennende hat mir nicht gefallen“, erzählte der 18-Jährige.

Denn eine Runde zu früh läuteten die Offiziellen den Finalsprint ein, wo noch drei anstatt zwei Fahrer im Rennen waren. Normalerweise bedeutet auch ein falsches Signal das Rennende in der folgenden Runde ein, doch nachdem Fugger auf der 333,33 Betonbahn den Dreiersprint gewann, ertönte das Schlusssignal erneut. Den finalen Spurt verlor er gegen seinen italienischen Kontrahenten, weshalb der Kärntner sauer war: “Ich habe alles gegeben, weil ich eben dachte, es wäre die letzte Runde für uns. Dann haben mir im Finale die Körner gefehlt.“

Starke Resultate von Sophie Walcher, die in Cottbus zweimal in den Top acht landet

Einen guten WM-Einstand gab auch die Steirerin Sophie Walcher als Achte im Ausscheidungsrennen der U23-Frauen, wo Gold an die Belarussin Palina Konrad ging. Lea Sophie Unterköfler landete auf Rang 13 im Scratch der Juniorinnen und für den Oberösterreicher Niklas Wiesmayr gab es nach einem offensiven Rennen, wo er lange in Front lag aber wieder eingeholt wurde, Rang 18 im Scratch. Wiro Grill verpasste bei den Junioren die Qualifikation für das Ausscheidungsrennen.

Am Freitag wartete auf Lea Sophie Unterköfler und Niklas Wiesmayr das Omnium. Der Vierkampf besteht aus vier Ausdauerdisziplinen, die an einem Tag gefahren werden. Abschluss bildet das Punkterennen, wo die Athletinnen und Athleten mit ihren aus den ersten drei Rennen gesammelten Zählern starten und dann um Zwischensprints und Rundengewinne kämpfen.

Unterköfler begann das Scratch mit Rang 17, landete im Temporennen auf Rang 20. Eine gute Elimination, die sie als Zwölfte beendete brachte sie wieder ein wenig nach vor. Am Ende schloss sie ihre EM-Premiere in der Olympiadisziplin auf Rang 18 ab. Wiesmayr schloss den Mehrkampf bei den Junioren auf Rang 24 ab. Sein bestes Einzelergebnis war Platz 17 im Temporennen. Besser lief es für die U23 im Punkterennen, wo Raphael Kokas Zehnter wurde und Sophie Walcher Achte.

Im Omnium der U23 landete Fugger auf Rang sieben. Im abschließenden Punkterennen fuhr er allein aus dem Feld raus und hätte sich mit den zehn Zählern im finalen Sprint noch auf den Bronzerang fahren können, doch in der Schlussrunde wurde er noch gestellt. Für Walcher gab es bei den U23-Frauen den 13. Rang im Mehrkampf, Unterköfler beendete das Punkterennen auf Rang 17 bei den Juniorinnen, Junior Grill beendete das Punkterennen auf Rang 21.

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