Sadnik, Foidl und Wiedmann landen am Finaltag der MTB-EM in den Top 7
Nach den beiden Goldmedaillen durch Anatol Friedl, dem starken vierten Platz der Staffel und zahlreiche weiteren Topergebnissen unterstrichen Österreichs Mountainbiketeam auch noch am Schlusstag der Europameisterschaften in Melgaco ihre starke Form. So landeten Tamara Wiedmann und Maximilian Foidl auf Rang sieben in den Cross-Country-Rennen der Elite und U23-Fahrerin Katharina Sadnik wurde Fünfte. Sowohl Foidl als auch Sadnik kämpften bis zum Schluss sogar um eine Medaille.
Was für den frischgebackenen Doppelmeister sehr überraschend kam, feierte er erst vor einer Woche sein Renncomeback nach einem Schlüsselbeinbruch bei den Nationalen Meisterschaften. In der rennfreien Pause hatte der in Graz lebende Tiroler zwar gut trainieren können, Wettbewerbe selbst, konnte er aber keine bestreiten, weshalb er auch zu Beginn etwas vorsichtig agierte. "Als ich das erste mal nach vorne sah nach dem Start, war ich noch irgendwo im Feld. Ich hatte echt Respekt, weil ich mir halt auch die Verletzung im Startchaos zuzog", erklärte 29-Jährige.
Schon in der zweiten Runde rückte er immer weiter nach vor. "Ich habe mich richtig gut gefühlt. Die ersten zwei Plätze waren halt schon weg, aber ich konnte mich gut in der Verfolgergruppe halten", so der Österreicher, der sein Land bei den letzten beiden Olympischen Spiele in Tokio und Paris vertrat. Früh im Rennen lösten sich die beiden Briten Tom Pidcock und Charlie Aldridge, die am Ende mit Gold und Silber belohnt wurden. Foidl fand sich in einer Gruppe mit drei Schweizern und dem Dänen Simon Andreassen, der am Ende Dritter wurde.
"Zwei Runden vor Ende hatte ich nicht mehr die Beine und musste mein Ding machen. Die Medaille war aber nicht so weit weg", befand Foidl, der 16 Sekunden hinter Andreassen als Siebter den Zielstrich überquerte. Kurz davor hatte er sogar noch etwas Zeit um mit den zahlreichen Fans einzuklatschen. Auf der gesamten Strecke hatten sich eine Vielzahl von Zuschauer versammelt und machten so diese Europameisterschaften zu einem richtigen Mountainbikefest.
Wiedmann zeigt weitere Topleistung
Wiedmann holte im Rennen der Frauen-Elite das gleiche Ergebnis wie Foidl. In dieser Wettfahrt war einmalmehr die Schwedin Jenny Rissveds, Olympiasiegerin von 2016 und Olympiadritte von 2024, nicht zu schlagen. "Der Start war ganz ok. Ich bin dann etwas weiter hinten gewesen und habe in der ersten Runde den Anschluss zur ersten Gruppe verloren. Die Top fünf waren zwischenzeitlich greifbar“, resümierte die Haimingerin die erste Rennhälfte, in der sie meist auf Platz sechs mit 25 Sekunden hinter der Schweizerin Linda Indergand unterwegs war.
Im vorletzten von insgesamt sieben Umläufen bekam die Tirolerin noch Zuwachs von der Dänin Pedersen, die sie am Ende ziehen lassen, musste. Dennoch konnte sie mit ihrem Abschneiden zufrieden sein: "Es ist ein weiteres konstantes Topergebnis in einer konstanten Saison. Ich habe heuer schon viel mehr erreicht, als ich mir vorgenommen habe."
Sadnik sorgt für Top-Fünf Ergebnis
Zum Auftakt des Abschlusstages eroberte die Kärntnerin Katharina Sadnik Rang fünf in der Klasse der U23-Frauen. Von Start weg konnte sie ganz vorne mitmischen und fand sich nach der ersten Runde sogar auf dem Bronzerang wieder. Zur Hälfte des Rennes schafften es jedoch mit der Schweizerin Monique Halter und der Deutschen Sina Van Thiel zwei Kontrahentinnen auf die Kärntnerin aufzuschließen. Ein Dreikampf um Platz drei entwickelt sich in den darauffolgenden Runden, wo immer wieder die Führungsposition wechselte. Auch Sadnik hatte kurze Zeit wieder den dritten Platz mit einigen Sekunden Vorsprung inne.
„Ich habe versucht einfach nachzufahren, gut zu verpflegen. In der letzten Hälfte der letzten Runde hatte mein Kopf schon abgeschlossen. An dem muss ich noch arbeiten“, meinte die Kärntnerin, die in der letzten von sechs Runden das Tempo ihrer Konkurrentinnen nicht mehr mitgehen konnte und so im Kampf um Platz drei nicht mehr eingreifen konnte.
„Meine Vorgabe war heute ein gutes Rennen zu fahren und sehr fokussiert zu bleiben. Das Ziel war ein Platz unter den Top zehn. Es ist jetzt schade, dass es nicht für eine Medaille gereicht hat. Ich bin aber völlig zufrieden. Ein Top-Fünf-Ergebnis bei einer EM ist schon richtig cool“, zeigte sie sich mit ihrer Leistung zufrieden. Der Sieg ging an die Italienerin Valentina Corvi vor Anina Hutter aus der Schweiz. Platz drei eroberte Sina Van Thiel aus Deutschland.
Für die zweite österreichische Starterin Katrin Embacher verlief das Rennen äußerst unglücklich. Nach einem Sturz in Runde eins musste sie sich durch das gesamte Feld wieder nachvorne kämpfen. Sie machte Platz um Platz gut und konnte sich am Ende noch auf einen guten 14. Platz verbessern.
„Ich habe schon den Start nicht ideal erwischt und dann ist mir nach der Startrunde in der ersten Steilkurve eine Fahrerin in mein Rad gerutscht. Wir sind dann beide gelegen und die Räder waren völlig verhakt, weshalb ich das Feld von hinten aufrollen musste. Mit einem Top 15 Ergebnis bin ich zufrieden, aber es ist doch etwas frustrierend“, fasste die 19-jährige Tirolerin ihr Rennen zusammen.