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Mountainbike-WM: Erfolgreiche Titelkämpfe mit 3x Gold, 1x Silber und 1x Bronze für das heimische Team

30. August 2026
Valentina Höll wird zum fünften Mal in Folge Weltmeisterin im Downhill (Foto: Monica Gasbichler)
Veröffentlicht in MTB

Texte: Peter Maurer / Fotos: Monica Gasbichler, Ben Zeimes

In Val Di Sole in Italien fanden die Mountainbike-Weltmeisterschaften 2026 statt und diese endeten mit fünf Medaillen sowie zahlreichen Topergebnissen äußerst erfreulich für das rot-weiß-rote Team. Gleich am Auftakttag gab es die ersten Medaillen zu bejubeln. Anna Spielmann verteidigte im E-MTB ihren Titel aus dem Vorjahr und Tamara Wiedmann sauste zur Bronzemedaille. Den Medaillensatz komplettierte am zweiten Tag Michael Hettegger mit Silber im Cross-Country der Junioren. Am frühen Abend sorgte dann Laura Stigger für den nächsten rot-weiß-roten Jubel. Die Tirolerin entschied das Short Race der Elitefrauen für sich, die Salzburgerin Valentina Höll gewann zum fünften Mal in Folge den Titel im Downhill.


Tag 5: Cross-Country Elite und U23

Platz acht für Katrin Embacher und Laura Stigger zum Abschluss im Cross-Country

Sowohl in der U23-Klasse als auch in der Elite gab es bei den Frauen im Olympischen Cross-Country am Schlusstag der Mountainbike-Weltmeisterschaften in Val Di Sole zwei achte Plätze, durch zwei Tirolerinnen. Zunächst fuhr Katrin Embacher in der U23 diese Platzierung ein, Stunden später beendete Laura Stigger, die Weltmeisterin des Short Races am Donnerstag, ihr Rennen als Achte. Die Steirerin Antonia Grangl wurde 14te in der U23, Mona Mitterwallner beendete ihr Elite-Rennen auf Platz 28.

"Ich war komplett am Limit, habe alles gegeben was in mir war. Es war ein brutal hartes Rennen, vom Kurs, aber auch von der Hitze her", schilderte Stigger, die 2:41 Minuten nach der neuen Weltmeisterin Sina Frei, über die Ziellinie fuhr. Schon früh im Rennen hatte diese Gegnerin für Gegnerin abgeschüttelt, fuhr als Solistin zu ihrem ersten Elitetitel im Olympischen Cross-Country. Dahinter sprintete die Italienerin Martina Berta zu Silber vor der Schweizerin Nicole Koller.

"Wir wussten, dass es lange wird und mit der Hitze wird es schwierig. Es war nicht mein bester und frischester Tag, aber in Summe bin ich sehr zufrieden dem Verlauf der Weltmeisterschaften. Ich hatte nie gerechnet, dass ich ein Regenbogentrikot mitnehmen", fügte Stigger an. Fast das ganze Rennen bewegte sie sich auf den Plätzen zwischen sechs und zehn. Ihre Tiroler Landsfrau Mona Mitterwallner lag nach der Startrunde auf Rang 21, verlor im Laufe des Rennens aber dann noch einige Positionen und beendete das Rennen 9:04 Minuten hinter der Siegerin.

Auch bei den U23-Frauen, die den Schlusstag eröffneten, war es eine Fahrerin, die das Tempo vom Start bis zum Ziel bestimmte mit der Lokalmatadorin Valentina Corvi. Einsam zog sie ihre Runden unter dem Beifall der frenetischen italienischen Fans am Streckenrand. "Die Atmosphäre war richtig cool, weil schon so viele Zuseher am Streckenrand waren. Ich habe meinen Namen oft gehört", berichtete Embacher, die in dieser Saison auch schon einen Weltcup gewinnen konnte. Am Ende des fast 80-minütigen Rennens kamen die Fahrerinnen allesamt allein über die Ziellinie. 4:13 Minuten büßte die Tirolerin auf die neue Weltmeisterin ein. "Ich bin das ganze Rennen stabil und solide durchgekommen. Ich habe alles gegeben und bin zufrieden mit den Top Ten. Die Startrunde ist etwas schwierig gewesen, da es gleich in einen steilen, sehr rutschigen Hügel hineinging", erzählte sie weiter.

Ihre Teamkollegin Antonia Grangl erreichte das Ziel rund eine Minute danach auf Platz 14. Im Gegensatz zur Tirolerin, die aus der ersten Reihe startete, musste sich die Steirerin von Position 35 vorarbeiten, holte in der Startrunde gleich über 20 Positionen auf. "Der Start war mega, ich konnte mich immer weiter nach vorne arbeiten und hatte eine gute Gruppe. Die Stimmung war verrückt, weil auch so viele Österreicher hier sind. Es war so motivierend, vor allem im Wald dann. Ich nehme ein bisschen Selbstvertrauen mit aus Val Di Sole und hatte eine coole Zeit mit dem Nationalteam", erzählte sie nach dem Rennen.

Im Rennen der U23-Männer war von den drei heimischen Startern der Steirer Maks Alfred Barret Maunz der Beste auf Rang 17. Vor einem Jahr wurde er bei den Junioren Fünfter, nun klappte es mit dem Top 20 bei seiner Premiere in der U23. "Ich bin auf Rang 17 nach vorne, bin nicht ganz happy damit, aber eigentlich muss man es sein mit dem Ergebnis im ersten U23-Jahr", meinte der 19-Jährige, der wie seine beiden Teamkollegen Alexander Hammerle und Anatol Friedl gleich auf den ersten Metern in einen Startcrash involviert war: "Direkt nach dem Start bin ich gelegen, musste mein Rad finden, bin aber gut wieder rauf. Es war eine rasante Aufholjagd, aber mehr war nicht möglich, weil insgesamt das Tempo auch so hoch war."

"Es hat halt direkt geklescht am Start vor uns und dann mussten wir probieren uns zurückzukämpfen", erzählte Hammerle, der mit seinen beiden Teamkollegen die Startrunde knapp in den Top 30 abschloss, was vor allem auch für Friedl beeindruckend war, der mit Startnummer 67 ins Rennen ging und in der sechsten Startreihe stand. Als einziger der rot-weiß-roten Athleten schaffte Maunz dann noch den Sprung in die Top 20, später sogar in die Top 15, eher er am Ende noch zwei Plätze einbüßte.

Bei der abschließenden Show des Tom Pidcock, der von Startreihe fünf aus durch das Feld der Elitemänner im Cross-Country pflügte und souverän siegte, waren die beiden Österreicher Maximilian Foidl und Mario Bair nur Nebendarsteller, die beide auch nicht ihren allerbesten Tag erwischt hatten. "Die Bedingungen waren nicht zu warm, eigentlich gut zu fahren, aber heute war nicht mein Tag. Ich hatte keinen guten Start und bin so lange nicht ins Rennen gekommen. Fahrer um Fahrer fuhr an mir vorbei, bis ich zur Rennhälfte richtig reinkam. Ich habe zwar noch Positionen gutgemacht, aber da war es schon zu spät", sagte Foidl, der schlussendlich das Rennen auf Platz 22 das Rennen beendete. "Ich lag noch nie weiter vorne bei Weltmeisterschaften, aber erwartet hatte ich mir viel mehr", bilanzierte er.

Auch Bair wusste früh, dass sein Arbeitstag in Val Di Sole alles andere als einfach wird. "Schon in der ersten Runde fühlte ich, dass es zäh wird. Irgendwie gingen heute zehn Prozent meiner Leistung ab. Ich habe nicht aufgegeben, bin weitergefahren und am Ende auf Rang 40 gelandet", berichtete der 25-jährige Tiroler und fügte an: "Ich bin zumindest stolz, dass ich nicht aufgegeben habe, weitergekämpft habe, weil das haben sich die Zuseher, aber auch das Team verdient."

Auch wenn der Schlusstag der einzige Tag bei den Weltmeisterschaften für Österreich war, wo man ohne Medaillen blieb, konnte der heimische Radsportverband eine äußerst positive Bilanz ziehen mit den drei Goldmedaillen durch Valentina Höll, Laura Stigger und Anna Spielmann, der Silbermedaille durch Michael Hettegger sowie der Bronzenen durch Tamara Wiedmann.

ERGEBNIS Olympischer Cross-Country U23 Frauen:
1. Valentina Corvi (ITA) 1:19:34 Stunden
2. Anina Hutter (SUI) + 0:43
3. Monique Halter (SUI) + 1:55
8. Katrin Embacher (AUT) + 4:13
14. Antonia Grangl (AUT) + 5:20

ERGEBNIS Olympischer Cross-Country U23 Männer:
1. Nael Rouffiac (FRA) 1:17:20 Stunden
2. Alix Andre-Gallis (FRA) + 0:09
3. Nicolas Halter (SUI) + 0:13
17. Maks Alfred Barret Maunz (AUT) + 3:55
34. Alexander Hammerle (AUT) + 6:41
. Anatol Friedl (AUT) DNF

ERGEBNIS Olympischer Cross-Country Frauen Elite:
1. Sina Frei (SUI) 1:27:50 Stunden
2. Martina Berta (ITA) + 1:07
3. Nicole Koller (SUI) + 1:07
8. Laura Stigger (AUT) + 2:41
28. Mona Mitterwallner (AUT) + 9:04

ERGEBNIS Olympischer Cross-Country Männer Elite:
1. Tom Pidcock (GBR) 1:25:26 Stunden
2. Charlie Aldridge (GBR) + 0:17
3. Cole Punchard (CAN) + 0:31
22. Maximilian Foidl (AUT) + 3:47
40. Mario Bair (AUT) + 6:19


Tag 4: Finale Downhill

Zum fünften Mal in Folge heißt die Weltmeisterin im Downhill der Elite Valentina Höll

Als letzte Fahrerin ging die Salzburgerin Valentina Höll auf die rund zweieinhalb Kilometer lange Black Snake Strecke bei den Weltmeisterschaften in Val Di Sole. Von der ersten Zwischenzeit an lag die 24-Jährige in Führung und ließ sich diese bis zum Zielstrich nicht mehr aus der Hand nehmen.

Vor der Schweizerin Lisa Baumann, die bei der französischen Equipe Commencal Schwalbe by Les Orres ihre Teamkollegin ist, gewann sie ihren fünften Titel. Bronze sicherte sich die Britin Harriet Harnden, die vor eine Woche den Weltcup in Les Gets gewann. Die beiden lagen am Freitag in der Qualifikation noch vor Höll.

“Es ist unglaublich, auch weil ich wusste, wie stark Lisa ist. Sie hat mich so gepusht, vor allem mit ihrer Quali am Freitag. Es ist aber auch cool, so jemanden zu haben, der dich ständig fordert“, schilderte die Salzburgerin, die seit 2022 nicht mehr das Regenbogentrikot abgegeben hat. Vor einer Woche feierte sie den Gesamtweltcupsieg, bei noch zwei zu fahrenden Rennen, vorzeitig. “Die Saison war jetzt schon so unglaublich cool und eigentlich ist es statistisch ja gar nicht möglich, dass du fünf Titel in Folge schaffst. Du musst ja immer 100 Prozent gewinnen“, erzählte sie weiter.

Nicht nur im Ziel in Val Di Sole war die Stimmung großartig und die junge Österreicherin wurde frenetisch bejubelt, sondern auch entlang des Kurses pushte der laute Geräuschpegel der vielen Fans vom Streckenrand die Fahrerinnen. “Es ein so cooler Sport und auch bei uns Frauen sind schon so viele Leute an der Strecke. Es ist so schön und geil, jetzt Rennen zu fahren in dieser Zeit“, freute sich Höll über den tollen Zuspruch ihrer Disziplin.

Mit der Tirolerin Emma Bindhammer stand eine weitere Österreicherin im Finale. Sie landete auf Rang 29 bei ihrer ersten Elite-WM. Noch ein wenig gezeichnet von Stürzen in den vergangenen Wochen kam sie immer besser mit der schweren Strecke in Val Di Sole zurecht und verbesserte sich im Rennen in die Top 30.

Lange lag auch Andreas Kolb auf Podiumskurs beim Rennen der Elite-Männer. Erst die letzten Starter verdrängten den Steirer aus den Top drei, er landete auf dem fünften Platz. "Ich hatte im oberen Streckenteil zwei richtige Fetzen reingeschmissen, die hätten auch nicht sein dürfen. Jeder riskiert alles bei der WM und bei dem Level musst du auch alles probieren. Mit zwei Fehlern weniger wäre ich dabei, aber ich bin trotzdem happy, weil die Formkurve nach oben zeigt. Das ist ein gutes Zeichen für die noch zwei anstehenden Rennen im Weltcup", analysierte der 30-Jährige.

Als er seinen Lauf beendete, schüttelte er mit dem Kopf, obwohl er zu diesem Zeitpunkt der zweitschnellste Fahrer hinter dem Qualisieger Lachlan Stevens-McNab aus Neuseeland lag: "Ich hätte nach dem zweiten Fehler irgendein Wunder bewirken müssen, aber es hat nicht gereicht." Als dann der Titelverteidiger Jackson Goldstone den Neuseeländer noch abfing, jubelte auch Kolb mit, denn der Kanadier ist sein Teamkollege im Weltcup: "Jackson ist ein guter Freund von mir, dieses Jahr ein richtig guter geworden. Er hatte eine schwierige Off-Season und da ist es schön zu sehen, wenn der Erfolg zurückkehrt." Oliver Vogl beendete seine ersten Elite-Weltmeisterschaften auf Rang 53.

Auf Platz 18 landete der Steirer Benjamin Kowald bei den Junioren und fuhr ein gutes Resultat ein. Denn auf diesem Niveau startete er erstmals, Kowald hatte vor der WM noch keinen Weltcupstart zu verzeichnen. Neun Sekunden fehlten ihm auf den neuen Weltmeister Raoul Schneeberger aus der Schweiz.

“Ich bin froh, dass ich so weit vorne gelandet bin für meine Verhältnisse“, erzählte er. Da Kowald mit einer frühen Startnummer ins Rennen ging, konnte er sogar etliche Zeit am Hot-Seat der Top drei Platz nehmen. “Das ist schon ein geiles Gefühl, auch wenn ich wusste, dass ich da nicht ewig sitzen werde. Ich hatte ein paar Fehler, die Zeit gekostet haben und die Kontrahenten, die dann noch kamen, waren auch super stark“, fügte er an.

Regen in der Nacht hatte vor allem für die beiden Nachwuchsklassen die Strecke extrem verändert im Vergleich zur Qualifikation. "Du musst dann viel mehr aufpassen, weil die Strecke rutschiger wurde. Die Linie musste ich wieder ändern, aber das ist perfekt aufgegangen", berichtete Kowald. Der zweite rot-weiß-rote Junior in Val Di Sole, Nepomuk Orthacker kam zu Sturz im Finale, blieb aber unverletzt.

ERGEBNIS Downhill Junioren:
1. Raoul Schneeberger (SUI) 3:47.477 Minuten
2. Felix Griffiths (GBR) + 0.450
3. Filippo Gilardino (ITA) + 1.180
18. Benjamin Kowald (AUT) + 9.147
. Nepomuk Orthacker (AUT) DNF

ERGEBNIS Downhill Elite-Frauen:
1. Valentina Höll (AUT) 4:01.558 Minuten

2. Lisa Baumann (SUI) + 1.728
3. Harriet Harnden (GBR) + 2.046
29. Emma Bindhammer (AUT) + 33.257

ERGEBNIS Downhill Elite-Männer:
1. Jackson Goldstone (CAN) 3:28.785 Minuten
2. Lachlan Stevens-McNab (NZL) + 0.695
3. Jordan Williams (GBR) + 0.702
5. Andreas Kolb (AUT) + 2.622
53. Oliver Vogl (AUT) + 19.040


Tag 3: Qualifikation Downhill

Erfolgreiche Qualifikation für Österreichs Downhillteam

Am Mittwoch und am Donnerstag standen die Freien Trainings für die Downhill-Weltmeisterschaften am Programm, am Freitag folgte die Qualifikation nun. Und beide heimischen Elitestarterinnen als auch die beiden Elitemänner sowie die beiden Junioren schafften den Sprung in das Finalfeld, wo am Samstag auf der Black Snake Strecke die Medaillen vergeben werden. Viermal durfte sich Valentina Höll in der Elite schon das Regenbogentrikot überstreifen, als Dritte schloss sie die Qualifikation ab.

Lediglich ihre Markenkollegin Lisa Baumann aus der Schweiz und die Britin Harriet Harnden, die zuletzt den Weltcup in Les Gets gewinnen konnte, waren schneller als die Salzburgerin. Auswirkungen auf das Finale hat dies aber nicht, da die Titelverteidigerin am Samstag sowieso als letzte Frau ins Rennen gehen wird. Während Höll finalerfahren ist, gelang ihrer Landsfrau Emma Bindhammer der Sprung unter die Top 40 zum ersten Mal. Frisch aufgestiegen in dieser Saison in die Elite absolvierte sie die Qualifikation zwar mit viel Respekt, dennoch reichte es zum Finalaufstieg.

"Es war sehr gut, auch wenn ich eine Schrecksekunde hatte", meinte die Tirolerin, die in den letzten Jahren bei den Europameisterschaften in der Klasse der Juniorinnen zweimal Bronze erringen konnte. Im Qualirun rutschte sie einmal aus dem Pedal, konnte aber einen Sturz verhindern. "Generell geht natürlich noch an jeder Stelle ein bisschen was. Bei meinem letzten Rennen bin ich gestürzt und deswegen musste ich in den Trainings noch die Angst ablegen. Aber im Finale geht es sicher noch schneller", fügte Bindhammer an.

Etwas Platz ließ sich auch Andreas Kolb, der zuletzt in Les Gets beim letzten Weltcup vor den Titelkämpfen als Zweiter am Podium stand. "Ich bin nicht brutal gefahren und bin trotzdem ganz vorne dabei", war seine Kurzanalyse nach der Qualifikation. Wichtig sei es laut dem Steirer nur unnötige Fehler zu vermeiden: "In der Quali kannst du es nur selbst verhauen, ob mit einem Sturz oder einen Defekt. Ich habe geschaut, dort Gas zu geben, wo das Risiko nicht hoch ist." Kolb brauchte in Les Gets ein wenig um in die richtige Ausgangslage zu kommen für das WM-Rennen. "Es ist echt viel schiefgegangen in dieser Woche, aber seit der Qualifikation weiß ich, dass wir wieder alles beisammen haben."

Mit dem Salzburger Oliver Vogl schaffte noch ein zweiter Elitefahrer ins Finale auf Rang 59. Wie Bindhammer ist auch der Salzburger im Winter von den Junioren zur Elite aufgestiegen. Im Gegensatz zum Cross-Country gibt es keine Zwischenklasse wie die U23 im Downhill. Und glaub man den Gerüchten, so könnte es sein, dass die Nachwuchskategorie in de nächsten Jahren ganz abgeschafft werden könnte. "Es war ein solider Lauf und ich wusste, was ich fahren muss um dabei zu sein. Das war mir wichtig, morgen ist ein neuer Tag und dort heißt es dann auch mehr Risiko zu nehmen", so Vogl.

Auch bei den Junioren schafften beide Athleten von Cycling Austria, die Steirer Benjamin Kowald und Nepomuk Orthacker auf den Rängen 36 und 54 den Einzug in das Finalfeld der Top 60. "Es waren ein oder zwei Fehler zwar mit dabei, aber insgesamt war es ganz okay. Morgen heißt es dann das Beste geben", so Kowald, der anfügte: "Downhill ist auch eine Kopfsache, denn du weißt was du kannst und darfst es eigentlich nicht übertreiben." Auch Orthacker baute einige Fehler in seinen Qualirun ein. "Zufrieden bin ich nicht, dafür aber qualifiziert", bilanzierte er.

Alle zwei Altersklassen bei den Frauen und den Männern fahren auf der gleichen Strecke, die als eine der letzten Naturstrecken gilt mit nur wenigen künstlichen Elementen. "Und nur der erste Teil ist wie ein Bikepark, so zum reinkommen. Denn bist du das erste Mal im Wald, dann beginnt es von Neuem und du hast keine Zeit zum Durchschnaufen mehr bis zum Ziel", schilderte Orthacker.

ERGEBNIS Qualifikation Downhill Junioren:
1. Jonty Williamson (NZL) 3:39.541
2. Malik Boatwright (NZL) + 0.947
3. Noe Forlin (SUI) + 2.713
36. Benjamin Kowald (AUT) + 13.482
54. Nepomuk Orthacker (AUT) + 20.481
Top 60 im Finale

ERGEBNIS Qualifikation Downhill Frauen:
1. Lisa Baumann (SUI) 4:02.591
2. Harriet Harnden (GBR) + 2.969
3. Valentina Höll (AUT) + 3.225
37. Emma Bindhammer (AUT) + 40.965
Top 40 im Finale

ERGEBNIS Qualifikation Downhill Männer:
1. Lachlan Stevens-McNab (NZL) 3:34.010
2. Oliver Davis (AUS) + 0.331
3. Jackson Goldstone (CAN) + 0.633
10. Andreas Kolb (AUT) + 3.137
59. Oliver Vogl (AUT) + 15.953
Top 80 im Finale


Tag 2: Cross Country Junior:Innen, Short Race Elite + U23

Laura Stigger holt sich im Short Race den Weltmeistertitel

In einem unglaublich spannenden Rennen spurtete Laura Stigger auf den letzten Metern ins Regenbogentrikot. Die 25-Jährige aus Haiming in Tirol gewann das Short Race der Mountainbike-Weltmeisterschaften in Val Di Sole. Nachdem sie bei den Juniorinnen schon zwei Titel am Mountainbike und einen auf der Straße gewinnen konnte, wurde sie nun erstmals in der Elite auch Weltmeisterin.

"Es ist unglaublich, mehr als nur ein Traum. Es bedeutet mir extrem viel", strahlte die Tirolerin nach dem Rennen, welches sie nur äußerst knapp vor der Britin Evie Richards für sich entscheiden konnte. "Es ist auf dem Kurs extrem schwierig das Richtige zu machen. Ich wusste, dass die Zielgerade lange ist, ich einen guten Kick noch habe und genauso ist es aufgegangen“, fügte Stigger an, die auf den letzten 100 Metern noch vom vierten auf den ersten Platz sauste: “Ich musste noch einmal alles gegeben auf den letzten Metern. Die anderen sind auch Sprinterinnen auf höchsten Niveau und ich habe sie noch überflügelt."

Gute Short Races zeigten auch Maks Alfred Barret Maunz bei den U23-Männern mit Platz 12 und Maximilian Foidl in der Männer-Elite als 20ster. "Ich wusste, dass es richtig schnell wird, weil der Kurs ziemlich flach ist ohne viel Hindernisse und wir sind vollgepresst von Beginn an. Ich war immer in der Verfolgergruppe, wurde dann Zweiter im Sprint daraus. Ich bin sehr happy, weil es meinen Leistungsstand gut widerspiegelt“, schildete Barret Maunz, der vor einem Jahr noch als Junior an den Weltmeisterschaften teilnahm und in seiner ersten U23-Saison bei den Weltmeisterschaften sich im Spitzenfeld wiederfand.

Für seinen Elite-Teamkollegen Foidl hatte er dann auch noch die ersten Tipps parat vor dessen Einsatz. "Ich bin angekommen und die U23-Fahrer haben mir berichtet, wie es ist. Ich wusste, was mich erwartet, aber habe trotzdem gehofft, dass es irgendwo zusammenläuft. Bei Start-Ziel sind wir jede Runde mit 45 km/h vorbeigebolzt. Da komme ich halt nicht mehr an einem anderen Fahrer vorbei“, schilderte Foidl zu dem verdammt schnellen Rennen auf dem fast flachen Parcours in Val Di Sole.

Im Gegensatz zum Olympischen Cross-Country findet der Short Track auf einem verkürzten Parcours statt, die Runde ist gerade einmal zwei Minuten lang. "Da kannst du dir gar nichts erlauben. Wenn du innen wo reinstichst, dann kommst du sofort zum Stehen. Es war wie ein Formel-1-Rennen. Du fährst an deiner Position gleich schnell wie die Spitze, das Feld ist aufgefädelt wie eine Perlenkette und somit kommst du trotz geringen Abstand nicht wirklich nach vorne“, resümierte Foidl. Der Weltmeistertitel in der Elite ging an den Franzosen Adrien Boichis, in der U23 siegte der Schweizer Nicolas Halter, kurz zuvor hatte dessen Schwester Monique das Short Race der U23-Frauen gewonnen. Dort landete Katrin Embacher auf Platz 22.

ERGEBNIS Short Race Elite Frauen:
1. Laura Stigger (AUT) 20:50 Minuten
2. Evie Richards (GBR) + 0:00
3. Sina Frei (SUI) + 0:01

ERGEBNIS Short Race Elite Männer:
1. Adrien Boichis (FRA) 20:32 Minuten
2. Charlie Aldridge (GBR) + 0:00
3. Luca Martin (FRA) + 0:02
20. Maximilian Foidl (AUT) + 0:16

ERGEBNIS Short Race U23 Frauen:
1. Monique Halter (SUI) 19:55 Minuten
2. Bethany-Ann Jackson (GBR) + 0:00
3. Makena Kellerman (USA) + 0:01
22. Katrin Embacher (AUT) + 0:46

ERGEBNIS Short Race U23 Männer:
1. Nicolas Halter (SUI) 20:54 Minuten
2. Paul Schehl (GER) + 0:00
3. Rens Teunissen van Manen (NED) + 0:03
12. Maks Alfred Barret Maunz (AUT) + 0:24
. Anatol Friedl (AUT) DNF

Michael Hettegger stürmt zur Silbermedaille im Cross-Country der Junioren

Schon am zweiten Tag der Mountainbike-Weltmeisterschaften in Val Di Sole komplettiert Michael Hettegger den Medaillensatz für das rot-weiß-rote Team. Auf Gold und Bronze im E-MTB durch Anna Spielmann und Tamara Wiedmann legte der 17-Jährige mit Silber im Cross-Country der Junioren nach. Hinter dem Australier Connor Wright fuhr er auf Rang zwei, sein Teamkollege Michael Ortner rundete als Achter ein starkes Teamergebnis der Österreicher ab.

“Ich bin heuer ziemlich oft Zweiter geworden, aber vielleicht kann ich das ja bei anderen Titelkämpfen noch nachholen. Heute war Connor stärker, da gibt es nichts zu diskutieren“, berichtete Hettegger, der von Beginn an sich an den vordersten Positionen einordnen konnte und als letzter verbliebener Begleiter schlussendlich den Australier ziehen lassen musste. Schon die erste Runde sorgte für die ersten Lücken im Feld der über 100 Starter. “Die Startrunde war extrem schnell, zum Glück haben sie dann etwas nachgelassen und ich konnte mich gut positionieren“, meinte Hettegger dazu.

Während Hettegger aus der zweiten Reihe das Rennen aufnehmen konnte, musste sich sein Teamkollege Ortner von Startplatz 30 ins Feld einordnen. Der Tiroler schaffte überholte zahlreiche Kontrahenten und arbeitete sich von Platz 15 sogar noch in die Top Ten vor. “Der Start war etwas blöd, weil ich rechts eingezwickt und aufgehalten wurde. Dann bin ich in meinen Rhythmus gekommen und hatte bis zum Ende starke Beine. Ich freue mich, dass es noch so weit nach vorne gereicht habe“, schilderte Ortner. Im Rennen der Juniorinnen musste Johanna Piringer leider vorzeitig aufgeben. Dort holte die Schweizerin Anja Grossmann die Goldmedaille.

ERGEBNIS Cross-Country Juniorinnen:
1. Anja Grossmann (SUI) 57:57 Minuten
2. Barbora Bukovska (CZE) + 0:48
3. Agathe Vauchamp (FRA) + 1:26
. Johanna Piringer (AUT) DNF

ERGEBNIS Cross-Country Junioren:
1. Connor Wright (AUS) 1:00:09 Stunden
2. Michael Hettegger (AUT) + 1:16
3. Marwan Barhoumi (SUI) + 1:43
8. Michael Ortner (AUT) + 2:37


Tag 1: E-MTB und Mixed-Relay

Gold und Bronze zum Auftakt für Anna Spielmann und Tamara Wiedmann im eMTB

Gleich im ersten Bewerb der Mountainbike-Weltmeisterschaften in Val Di Sole gab es zwei Medaillen für das österreichische Team. Anna Spielmann verteidigte im E-MTB Cross-Country ihren Titel und Tamara Wiedmann landete bei ihrer E-Premiere als Dritte auch am Podium und gewann Bronze.

Das Duo startete gut ins Rennen, zunächst bildete sich um die beiden eine Vierergruppe, die sich im Kampf um die Medaillen absetzen konnte. Spielmann übernahm dann am Ende der zweiten Runde die Führung und löste sich. Dahinter fuhr die Schweizerin Kathrin Stirnemann und Wiedmann positionierte sich als Dritte. Die Tirolerin rückte zwar zwischenzeitlich nah an die Schweizerin ran, konnte sie aber nicht mehr abfangen.

Erst am vergangenen Sonntag hatte sich Wiedmann zu einem WM-Start entschieden, da ihre Cross-Country-Saison von gesundheitlichen Problemen geplagt war. “Vorbereitung hat es für mich keine gegeben. Wir haben in Les Gets noch das Rad aufgebaut, sind am Montag angereist und gestern bin ich das erste Mal am Rad gesessen. Ich wusste nicht, was auf mich zukommt, aber es war eine coole Erfahrung“, erklärte die 25-Jährige.

Dennoch zeigte sich die Haimingerin stark bei ihrem Debüt auf dem Mountainbike mit elektrischer Energieunterstützung. "Es ist eigentlich alles anders als beim klassischen Cross-Country. Ich wusste, es wird nicht einfach, weil vor allem das Bergauffahren sehr anspruchsvoll ist. Du hast zwar eine Unterstützung mit dem Motor, aber wenn dieser dann ausgeht bei 25 km/h und mehr dann musst du das schwere Rad selbst bewegen. Am Ende hat es für die Medaille gereicht und das ist megacool“, erzählte sie.

Vor einem Jahr in der Schweiz konnte Spielmann zum ersten Mal das Regenbogentrikot gewinnen. In Val Di Sole gelang ihr die erfolgreiche Titelverteidigung. Früh im Rennen konnte sich die 28-Jährige von ihren Gegnerinnen absetzen, vor allem an den Anstiegen schien sie eine Klasse für sich zu sein. "Es war super hart, weil vor allem die Abfahrten nicht so technisch waren. Dadurch hat sich alles im Uphill entschieden. Du musst so gut berghoch fahren im E-MTB, denn genau dort machst du den Unterschied, erklärte die frischgebackene Weltmeisterin.

Ihre Gefühlswelt war allerdings etwas gefasst als wie noch vor einem Jahr, wo sie ihre erste Goldmedaille erringen konnte. "Der erste Titel ist sehr speziell, aber die Bestätigung mit der Titelverteidigung war mir sehr wichtig. Für meine Ausrüster ist es sehr relevant, dieses Rennen zu gewinnen. Sie investieren viel mit uns, da ist es schön auch etwas zurückgeben zu können", fügte sie an.

ERGEBNIS eMTB Cross-Country Elite-Frauen:
GOLD: Anna Spielmann (AUT) 48:26 Minuten
SILBER: Kathrin Stirnemann (SUI) + 0:11
BRONZE: Tamara Wiedmann (AUT) + 0:44

Cross-Country-Staffel landet nach vielen Führungskilometern auf Rang sechs

Auf Rang sechs schloss die heimische Mountainbike-Staffel den Mixed-Bewerb am ersten Tag der Weltmeisterschaften in Val Di Sole ab. Das Sextett bestehend aus Alexander Hammerle, Mario Bair, Michael Hettegger, Mona Mitterwallner, Johanna Piringer sowie Antonia Grangl lag nicht nur lange in den Medaillenrängen, sondern führte über die Hälfte des Rennens den Wettbewerb an. Die Strategie, mit den drei Männern und der stärksten Frau zu beginnen, ging voll auf, am Ende fehlte ein bisschen mehr als eine Minute auf die Vereinigten Staaten, die den Bronzerang hinter Italien und der Schweiz belegten.

“Wir wussten, dass wir mit unserer Taktik am Ende etwas Zeit verlieren werden, aber mit dem Ergebnis können wir gut leben“, meinte Mario Bair. Der Tiroler war der zweite Athlet, der für Österreich ins Rennen ging. Von Startfahrer Alexander Hammerle wurde er als Vierter ins Rennen geschickt. Der U23-Fahrer zeigte eine starke Leistung, ließ einige der Elitefahrer hinter sich. Die Staffel setzt sich aus drei Athletinnen und drei Athleten zusammen, die aus den drei verschiedenen Altersklassen zusammengesetzt werden.

“Es war richtig hart im ersten Anstieg vorzufahren. Das musste ich, weil dann der Kurs verdammt eng wird. Ich habe versucht bis zum Ziel alles rauszuhauen, habe mich dann lange mit den Tschechen duelliert. Es war meine erste Staffel, von dem her war es eine neue Erfahrung. Ich bin sehr happy mit meinem Rennen“, berichtete Hammerle, der knapp hinter Italien, der Schweiz und Tschechien an Bair übergab.

“Ich habe versucht mir die Runde gut einzuteilen, bin auf Platz drei vorgefahren. Dann habe ich attackiert und konnte einen ersten Vorsprung herausfahren. Als Erster zu übergeben, macht mich stolz“, erzählte Bair, der Junior Michael Hettegger mit einem kleinen Vorsprung von wenigen Sekunden auf die Strecke schickte. Der Oberösterreicher legte dann gleich richtig los und baute den Abstand auf die Konkurrenz auf fast eine Minute aus.

“Es war eine geile Runde. Die Jungs haben so eine gute Vorarbeit geleistet und ich konnte es richtig genießen als Erster alles zu befahren“, freute sich Hettegger, der am Donnerstag im Cross-Country seiner Altersklasse zu den Kandidaten auf eine Topplatzierung zählt. Er schickte Mona Mitterwallner ins Rennen. Die Tirolerin baute die Führung kontinuierlich aus. 1:35 Minuten auf die Schweiz und Italien betrug der Vorsprung, mit dem sie dann die jüngste Athletin im Team, die Vorarlbergerin Johanna Piringer ins Rennen schickte.

“Ich bin schon lange keine Staffel mehr gefahren und die Atmosphäre als Team ist schon einzigartig. Die Taktik war gut, wir wussten, dass wir nicht um den Sieg fahren werden, aber lange vorne mithalten so. Du willst keine Fehler machen, wenn du mit fünf anderen gemeinsam fährst. Jeder hat alles gegeben und hat echt Spaß gemacht. Ein guter Start in die WM-Woche“, schilderte Mitterwallner.

“Ich hatte ein richtig gutes Gefühl beim Fahren und die Stimmung war gut. Ich wusste, dass ich mir keinen Druck machen muss. Wir haben die Taktik gewählt, mit der wir die beste Chance hatten“, fügte Piringer an, die gegen die starke Italienerin Valentina Corvi Zeit einbüßte, die heimische Staffel aber noch als Zweite an Schlussfahrerin Antonia Grangl übergab. Die Steirerin hatte aber gegen teilweise Elite- und U23-Männer schwer zu kämpfen und büßte im Finale noch ein paar Positionen ein. Österreich rutschte noch hinter die Schweiz, USA, Kanada und Dänemark zurück.

“Bei mir hat die Vorfreude über die Nervosität gesiegt. Es war ein Erlebnis als Schlussfahrerin zu starten und die Staffel zu beenden. Es war extrem hart, aber die Fans am Rand haben uns gut angefeuert. Wir können mit unserem Rennen echt zufrieden sein“, resümierte die Steirerin abschließend.

ERGEBNIS Mixed-Team-Relay Cross-Country:
1. Italien 1:08.06 Stunden
2. Schweiz + 0:51
3. USA + 1:31
6. Österreich (Piringer/Grangl/Mitterwallner/Hettegger/Hammerle/Bair) + 2:53

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