Karl Nadler: Der Radsport trauert um eine Funktionärslegende

Mit Karl Nadler ist eine prägende Persönlichkeit des österreichischen Radsports verstorben.
Nach seiner aktiven sportlichen Laufbahn in der unmittelbaren Nachkriegszeit als Straßenrennfahrer und Radballspieler nahm der Neunkirchner umgehend seine Funktionärstätigkeit auf. Ob im Dachverband ARBÖ / ASKÖ, im Landesradsportverband Niederösterreich oder im Österreichischen Radsportverband - Karl Nadler war über Jahrzehnte hinweg eine konstante Größe im österreichischen Radsport.
Besonders prägend war seine langjährige Tätigkeit als Obmann des ARBÖ Neunkirchen sowie als Veranstalter der Internationalen Schwarzataler Radsporttage (1962–1998). Unter seiner Verantwortung entwickelte sich insbesondere das Straßenrennen in Raglitz zu einem anspruchsvollen und überregional bekannten Klassiker.
Als Funktionär im Österreichischen Radsportverband übernahm er über viele Jahre hinweg Verantwortung in verschiedensten Funktionen. Als Rennleiter der Österreich-Rundfahrt stand er für klare Entscheidungen, Verlässlichkeit und eine konsequente, aber faire Linie im Sinne des Sports. Sein Spitzname "Der Eiserne Karl" spiegelte diese Haltung wider, eine Haltung, die nicht immer bequem, aber stets von Integrität und dem Anspruch geprägt war, dem Radsport gerecht zu werden.
Viele Sportler:innen fanden im ARBÖ Neunkirchen durch ihn ihren Weg in den Radsport und konnten dort ihre ersten Schritte in Richtung Leistungssport machen. In seinem Klub fuhren mit Leopold Friedbacher, Holger Linhart, Georg Postl, Herbert Kolarik, Hans Königshofer, Peter Stuppacher, Erwin Ritter, Karl Krenauer. Athleten, die auch im österreichischen Nationalteam sowie im internationalen Radsport erfolgreiche Ergebnisse erzielten. Dass über Jahrzehnte hinweg viele Radsportler:innen im Klub von Karl ihre sportliche Heimat fanden und dort den Weg in den Radsport einschlugen, gehört zu seinen größten Verdiensten.
Karl Nadler hat den österreichischen Radsport nicht nur begleitet, sondern aktiv mitgestaltet, mit Konsequenz, Leidenschaft und großem persönlichen Einsatz.
Unser Mitgefühl gilt seiner Familie und allen, die ihm nahestanden.



